Zuversicht in der Krise

Dennoch bleibt eine hohe Ungewissheit über die Lage vor allem für den Winter 2023/24, wenn die Speicher wieder leer sind und nicht mehr über die russischen Gaslieferungen gefüllt werden können. Auch die drei der geplanten fünf schwimmenden LNG-Terminals mit insgesamt circa 170 TWh-Jahreskapazität, die bis Ende des Jahres ans Netz gehen sollen, werden das notwendige Volumen nicht vollständig ersetzen können. Hinzu kommt, dass weitere Erfolgsfaktoren unseres Industrielands derzeit ins Wanken geraten sind: Die Infrastruktur bröckelt, Innovationen lassen nach, Fachkräfte sind rar. Zugleich befindet sich die Welt im Umbruch: Nachhaltigkeit und Digitalisierung erfordern unsere vollständige Aufmerksamkeit. Nicht nur unser Wohlstand ist bedroht, sondern die Stabilität und der Zusammenhalt unserer Gesellschaft sind in Gefahr. 

Es bleibt also viel zu tun. Grundsätzlich sind Krisen aber immer auch Chancen. Die chemisch-pharmazeutische Industrie hat seit ihrem Bestehen schon viele große Veränderungen und Weiterentwicklungen erlebt – und sich immer wieder neu erfunden. Das gilt auch für die aktuelle Lage. Neue Allianzen sind entstanden und scheinbar unüberbrückbare Gegensätze im politischen Dialog haben sich aufgelöst. Die Kommunikation unter den Sozialpartnern ist gut und hat sich sogar verbessert. Der enge Austausch zwischen dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) und dem VAA ist noch substanzieller geworden. Es gibt also Weichenstellungen und Signale, die in eine gute Zukunft deuten. Wir werden an den Entwicklungen dranbleiben, um die Rahmenbedingungen für unsere Mitglieder in den Unternehmen und damit für die Chemie- und Pharmarindustrie zu verbessern.

Dr. Birgit Schwab
1. Vorsitzende des VAA

Dr. Birgit Schwab

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