Unwetterwarnung: massive Umbauprogramme in deutschen Unternehmen

Was treibt die Umbaupläne in deutschen Unternehmen voran und wie können sich Arbeitnehmervertreter darauf vorbereiten? Antworten gibt Dr. Christof Balkenhol in seinem Gastbeitrag für den VAA Newsletter. Er ist Geschäftsführer der MatrixPartner Beratungs GmbH und berät seit über 20 Jahren Arbeitnehmervertreter in strategischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

Politische Trendwenden wirken

Neben Konjunktur- und Technologieeinflüssen werden einzelne Branchen durch gesellschaftspolitische Trendwenden in beschleunigte Transformationsprozess gedrängt. So hat die umweltpolitisch motivierte Dekarbonisierung nicht nur den Kohleausstieg in Deutschland erzwungen, sondern forciert auch das Ende des Verbrennungsmotors. Dadurch werden Automobilhersteller, aber auch Zulieferer wie Bosch oder Continental zu einem massiven Umbau der Entwicklungs- und Produktionskapazitäten gezwungen.

Interessenvertreter strategisch vorbereiten

Interessenvertreter sollten sich aktiv damit auseinandersetzen, ob und in welchem Umfang die drei genannten Treiber (Konjunkturentwicklung, Digitalisierung, gesellschaftspolitische Rahmenbedingungen) die strategische Ausrichtung und die mittelfristige Kapazitäts- und Personalplanung in ihrem Unternehmen beeinflussen. Hier ist zunächst vor allem Transparenz über die Managementplanungen gefragt. Auf dieser Grundlage sind eigenständige Analysen und Bewertungen der Interessenvertreter auf Betriebs- und auf Unternehmensebene erforderlich, welche die Auswirkungen dieser Planungen auf die Beschäftigten in den Mittelpunkt stellen. Dabei ist eine enge Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern im Aufsichtsrat – soweit vorhanden – dringend zu empfehlen. Nur so erschließt sich ein Gesamtbild auf die mittelfristig erwarteten Unternehmens- und Beschäftigungsperspektiven und nur so lassen sich passgenaue Handlungsstrategien für Mitbestimmung entwickeln.

Dr. Christof Balkenhol ist Geschäftsführer der MatrixPartner Beratungs GmbH. Foto: MatrixPartner

Dr. Christof Balkenhol

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