Klimaschutz: Richtig handeln!

Die hohe Effektivität des Emissionshandels lässt es naheliegend erscheinen, dieses Instrument auch auf die Sektoren Verkehr und Gebäude auszuweiten. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn die Reduktion von Treibhausgasemissionen im Verkehrs- und Gebäudebereich ist deutlich teurer als in den bislang vom Emissionshandel erfassten Sektoren. Folglich müsste der Preis für die CO2-Zertifikate erheblich ansteigen, um einen Anreiz für zusätzliche Reduktionsmaßnahmen entstehen zu lassen. In einem gemeinsamen Emissionshandelssystem würde das für die Industrieunternehmen bedeuten, dass sie ihre Produktion nicht mehr wirtschaftlich fortsetzen können. Die Folge wären Produktionsverlagerungen ins außereuropäische Ausland, wo günstigere Rahmenbedingungen für die Industrieproduktion bestehen. Das würde nicht nur den Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland und Europa nach sich ziehen, sondern im schlimmsten Fall sogar einen nachteiligen Effekt in Sachen Klimaschutz haben.

Die Bepreisung von CO2-Emissionen muss deshalb – bei aller gebotenen Nachdrücklichkeit in Sachen Klimaschutz – mit Augenmaß angegangen werden. Deutschland sollte weder den gut funktionieren europäischen Emissionshandel durch weitergehende nationale Maßnahmen für Energiewirtschaft und Industrie beschädigen noch sollten der Verkehrs- oder der Gebäudesektor in dieses System mit aufgenommen werden. Wer die CO2-Emissionen dieser Sektoren wirksam mindern will, muss dafür ein eigenes System zur CO2-Bepreisung etablieren. Im Idealfall eines, das nicht nur Deutschland und Europa erfasst, sondern gleich alle Industriestaaten. Denn wirksamen Klimaschutz kann Deutschland nicht im Alleingang erreichen.

Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA

Gerhard Kronisch

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