Transformation und gesellschaftliche Akzeptanz der Chemie

Die Rolle und Bedeutung der Chemie für die Umstellung unseres Wirtschaftens und unseres Produzierens auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft sind in der Breite der Gesellschaft noch nicht richtig angekommen. Wie kommt es, dass Wissenschaft und Industrie der Chemie unverzichtbar für wichtige Industriezweige wie Automobil, Bauen, Nahrung, Energie, Gesundheit sind und dennoch nicht wirklich als positive Treiber einer nachhaltigen Wirtschaftsweise in der breiten Öffentlichkeit und in den Medien betrachtet werden? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Chemie jene gesellschaftliche Akzeptanz zukommt, die ihrem unbestrittenen volkswirtschaftlichem Nutzen und ihrer wissenschaftlichen und ökologischen Bedeutung entspricht?

Diesen Fragen möchte sich der VAA widmen. Aus dem Dialog mit promienten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wird 2023 das VAA-Jahrbuch „Zwischen uns stimmt die Chemie“ entstehen. Inspirierend für die Themenfindung war der Austausch mit dem Center for the Transformation of Chemistry (CTC), das unter der Leitung von Prof. Peter H. Seeberger seine Arbeit aufgenommen hat. Das CTC will die Chemie völlig neu entwickeln. Seine Idee ist, die Chemie mit dem Chemieingenieurwesen und mit Künstlicher Intelligenz zusammenzubringen. Wir werden in der Juniausgabe des VAA Magazins über diese anspruchsvolle und wegweisende Gründung berichten.

Wie lange wird der Weg zu einer nachhaltigen Transformation der chemischen Industrie dauern? Wie viel Zeit benötigen wir, bis die Chance dieser Transformation für Wachstum, neue Geschäftsfelder, innovative Produkte und Anwendungen.in der Gesellschaft erkannt und akzeptiert wird? Welcher Einsatz von uns Fach- und Führungskräften ist nötig, damit die Fähigkeit und die Bereitschaft zur Transformation der Chemie und zum Wandel, den sie mit sich bringt, groß genug ist, um diesen neuen und herausfordernden Weg nicht nur einzuschlagen, sondern ihn zu gestalten? 

Antworten werden sich schrittweise entwickeln. Wir werden den Dialog mit den Akteuren in Wissenschaft und Wirtschaft suchen und darüber berichten. Je besser die Kommunikation, umso schneller entsteht jener gesellschaftliche Konsens über Nutzen und Chancen dieser nachhaltigen Transformation für Chemie und Gesellschaft. Die nachhaltige Transformation verdient jedenfalls den kompromisslosen und kraftvollen Einsatz von allen.

Dr. Birgit Schwab
1. Vorsitzende des VAA

Dr. Birgit Schwab

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