Blühende (Berater-)Landschaften – Beratungsumsatz in Deutschland steigt immer weiter

Das Beratungsgeschäft in Deutschland boomt – trotz der Kritik, die hinsichtlich fehlender Umsetzungsorientierung, mangelhaften Gespürs für kulturelle und soziale Notwendigkeiten und überhöhter Honorare in der Praxis insbesondere von Betriebsräten immer wieder geäußert wird. Wo liegen Chancen und Risiken beim Einsatz von Managementberatern? Antworten geben Dr. Christof Balkenhol und Hans-Peter Günter von der MatrixPartner Beratungs GmbH in ihrem Gastbeitrag für den VAA Newsletter. Sie beraten seit über 20 Jahren Arbeitnehmervertreter in strategischen, organisatorischen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

Sinnvolle Einsatzmöglichkeiten trotz berechtigter Kritik

In der Praxis wird von Betriebsräten in konkreten Fällen immer wieder (berechtigte) Kritik am Einsatz von Consultants geäußert, die insbesondere fehlende Umsetzungsorientierung, mangelhaftes Gespür für kulturelle und soziale Notwendigkeiten und überhöhte Honorare betreffen. Eine daraus abgeleitete, generelle Verweigerungshaltung gegenüber Beratereinsätzen ist jedoch keine sachgerechte Strategie und kann sich auch nicht auf einschlägige Mitbestimmungsrechte stützen. Dass es für die Hinzuziehung von externem Sachverstand gute Argumente gibt, wissen viele Betriebsräte aus ihrem eigenen Arbeitsumfeld: Auch sie greifen bei komplizierte Sachthemen wie zum Beispiel der Einführung neuer IT-Technologien oder einer geplanten Betriebsänderung auf den Rat von Experten zurück. Die gleichen (hoffentlich guten) Argumente, die für den Einsatz von Sachverständigen zur Unterstützung der Arbeit der Interessenvertreter sprechen, sollten Betriebsräte grundsätzlich auch beim Einsatz von Unternehmensberatern gelten lassen. Einer gefährlichen Tendenz hinter der zunehmenden Beauftragung sollten Interessenvertreter jedoch nach Kräften entgegenwirken: In einem Handelsblatt-Interview im Januar 2020 attestierte Prof. Fink vielen Unternehmen, dass sie im Zuge von Verschlankungswellen die Fähigkeit und die Kapazität eingebüßt haben, große und globale Projekte zu managen. Hier wird der Beratungseinsatz zu einer teuren und riskanten „Ersatzhandlung“, um fehlende interne Kapazitäten zu kompensieren.

Dr. Christof Balkenhol ist Geschäftsführer der MatrixPartner Beratungs GmbH. Foto: MatrixPartner

Dr. Christof Balkenhol

Hans-Peter Günter verantwortet bei Matrix-
Partner den Themenbereich „HR“. Foto: MatrixPartner

Hans-Peter Günter

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