Geldanlage: Endlich wieder Zinsen!

Auf den ersten Blick freut es die Anleger: Es gibt wieder Zinsen, allerdings bisher nur geringe und in Deutschland auch noch nicht auf Bankeinlagen. Verwahrentgelte statt Zinsen sind noch an der Tagesordnung. Anders als die US-amerikanische Notenbank hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins noch nicht angehoben. Doch ein erster Zinsschritt wird noch im ersten Halbjahr erwartet. Die hohe Staatsverschuldung gibt der EZB allerdings keinen allzu großen Spielraum, Zinsen auf ein Niveau zu erhöhen, das für eine erfolgreiche Inflationsbekämpfung notwendig wäre. Marion Lamberty von der FVP Gesellschaft für Finanz- und Vermögensmanagement erläutert im vorliegenden Gastbeitrag für den VAA Newsletter, was steigende Zinsen für den Anleger bedeuten.

Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis)

Gold gilt derzeit als gute Ergänzung des Portfolios, denn es hat über lange Perioden immer die Kaufkraft erhalten. Das Edelmetall kann den durch Inflation bedingten Kaufkraftverlust absichern, wobei der Goldpreis kurzfristig deutliche  Kursschwankungen aufweist. 

Immobilienmärkte heiß gelaufen? 

Extrem tiefe Zinsen und pandemiebedingte Gründe haben zu einer spekulativ hohen Nachfrage nach Immobilien geführt. Diese wurde von der Inflation, stetig steigenden Mieten und jüngst auch noch von steigenden Bauzinsen zusätzlich angeheizt. Die Bundesbank warnt seit Langem vor deutlich überhöhten Kaufpreisen und die Statistik zeigt, dass die Mieten nicht im gleichen Maße wie die Kaufpreise steigen. Dennoch konnte gerade der Markt für Wohnimmobilien bis zuletzt fast flächendeckende Wertsteigerungen vermelden. Allerdings ändern die rasant steigenden Hypothekenzinsen und die explodierenden Energiekosten, die wie eine zweite Miete wirken, die aktuell positive Lage bereits in einigen Regionen. Das Zukunftspotenzial von Immobilien wird inzwischen vorsichtiger eingeschätzt.

Bewegende Zeiten 

Die negativen Konsequenzen für Anleger, die ihr Vermögen auf dem Konto sicher wähnen, sind bei hoher Inflation offensichtlich. Die aktuelle Inflationsrate von über sieben Prozent halbiert die Kaufkraft einer Anlage binnen zehn Jahren. Es besteht Handlungsbedarf. Anleger, die ihr Vermögen langfristig vor Inflation schützen möchten, müssen allerdings bereit sein, temporäre Kursschwankungen auszusitzen. Aktiv verwaltete und breit gestreute Investmentfonds mit ausgewogener Ausrichtung können einen guten Inflationsschutz bieten. Die Fonds sollten neben Aktien und Rohstoffen auch konservativere Anlagen enthalten, die unabhängig von der Kapitalmarktentwicklung positive Ergebnisse erzielen können.

Marion Lamberty ist Geschäftsführende Gesellschafterin der FVP Gesellschaft für Finanz- und Vermögensplanung mbH in Köln.
 

Marion Lamberty

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