Zwischen Kind und Campus

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Allerdings sind diese bei einer Anzahl von insgesamt 2.807.010 im Wintersemester 2016/2017 immatrikulierten Hochschülern, wovon rund 168.420 ein Kind haben, nicht ausreichend. Zudem entstehen für Eltern durch die Versorgung und Betreuung ihres Kindes zeitliche Engpässe, die ihre Chancen auf eine Nebentätigkeit mindern und somit finanzielle Hürden nach sich ziehen. In erster Linie betrifft dies Mütter, die sich in der Regel nach der Geburt der Vollzeitbetreuung widmen und ein oder mehrere Urlaubssemester in Anspruch nehmen. Dadurch erlischt jedoch der Anspruch auf BAföG und macht Frauen meist abhängig vom Partner oder den Eltern.

So werden junge Familien häufig in die klassische Rollenverteilung zurückgeworfen – der Mann studiert und arbeitet, während die Frau zu Hause bleibt und sich um die Erziehung der Kinder kümmert. Folglich machen sich mehr Frauen als Männer Sorgen um die Vereinbarkeit von Familie, Studium und beruflicher Zukunft. Grundsätzlich steht der Wunsch, die Arbeit gut mit dem Privatleben und der Familie vereinbaren zu können, an vierter Stelle der wichtigsten Anforderungen an den künftigen Beruf. Dies zeigt: Die Frage der Vereinbarkeit und Chancengleichheit ist sowohl im Studium als auch im künftigen Erwerbsleben nach wie vor überwiegend ein Problem für Mütter. Aber auch für Väter stehen unflexible Präsenzzeiten im Studium einer Erwerbstätigkeit zur finanziellen Versorgung der Familie entgegen.

Dr. Christoph Gürtler

Betreuendes Vorstandsmitglied der Hochschulkommission.

Dr. Christoph Gürtler

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