Arbeitszeitkultur: Vertrauen statt Präsenz

Hinzu kommt, dass die bestehenden Regelungen ohnehin nicht umfassend zur Anwendung kommen: Für bestimmte Arbeitnehmergruppen gelten Ausnahmen, zum Beispiel für leitende Angestellte. Für sie gilt das Arbeitszeitgesetz nicht. Und viele nichtleitende außertarifliche Angestellte arbeiten im Modell der „Vertrauensarbeitszeit“, bestimmen also zumindest in der Theorie weitestgehend selbst, wann sie arbeiten. Das Problem besteht hier in vielen Fällen eher darin, dass Unternehmen ihren Arbeitnehmern dennoch enge Vorgaben machen und die digitalisierte Arbeitswelt als Argument anführen, um von ihren Mitarbeitern noch mehr Flexibilität einzufordern.

Wir brauchen also nicht unbedingt eine Änderung der Gesetze, sondern vielmehr der Arbeitszeitkultur. Der VAA bezieht deshalb zu diesem Thema – wie zu vielen anderen Themen auch – einen klaren Standpunkt: Gelebte Arbeitszeitsouveränität kann es nur mit einer echten Vertrauenskultur geben, in der Mitarbeiter mitentscheiden, wann, wo und wie lange sie arbeiteten. Dafür sind klare Regelungen notwendig. Das Credo lautet: Weg von der Zeit- hin zur Ergebnisorientierung. Nur dann können die mit dem technischen Fortschritt einhergehenden Flexibilitätspotenziale so genutzt werden, dass sowohl für Unternehmen als auch Mitarbeiter Vorteile entstehen.

Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA

Gerhard Kronisch

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