Neue Verlässlichkeit durch neue Kreisläufe?

Rund vier Fünftel der gegenwärtig genutzten Kobaltkomponenten werden in China weiterverarbeitet. Erst Mitte März hat der chinesische Batteriehersteller GEM mit dem weltgrößten Rohstoffhändler Glencore einen Deal zur Abnahme eines Drittels der gesamten in den nächsten drei Jahren von Glencore gehandelten Kobaltmenge abgeschlossen. Gerade angesichts drohender Handelsturbulenzen zwischen den USA, der EU und China sind dies keine optimalen Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in den Industrieländern. Ob beabsichtigt oder als Kollateralschaden in globalen Handelsscharmützeln: Auch die Chemieindustrie in Deutschland könnte dadurch in Geiselhaft genommen und nicht unerheblich in Mitleidenschaft gezogen werden. Verlässlichkeit ist für global agierende Unternehmen ein sehr hohes Gut, das leider zurzeit immer knapper zu werden scheint.

Um die künftige Innovationsfähigkeit nicht aufs Spiel zu setzen, bedarf es neben verlässlichen Partnern einer breiteren Aufstellung bei der Ressourcenverarbeitung. Hier setzt das Prinzip der Kreislaufwirtschaft an: Denn  je mehr Rohstoffe aus alten Produktionsgütern wiederverwertet werden, desto niedriger wird die Abhängigkeit von Primärrohstoffen. Genau damit beschäftigt sich das Spezial im aktuellen VAA Magazin. Analysen zufolge könnte beispielsweise die Hälfte der von der deutschen Chemiebranche eingesetzten fossilen Rohstoffe wiederverwertet und in den Stoff- und Produktionskreislauf zurückgeführt werden. Es gilt also mehr denn je, neue Kreisläufe zu schaffen, um sich aus zu eng abgesteckten Rahmen zu befreien. Nur wer vorausschauend und proaktiv handelt, kann sich auch in Zukunft auf eine dynamische Entwicklung verlassen.

Rainer Nachtrab ist seit 2017
1. Vorsitzender des VAA.

Rainer Nachtrab

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