Die Knolle, die Stärke produziert

In den USA lag dieser Wert 2006 mehr als doppelt so hoch. Das ist angesichts des globalen Wettbewerbs um Forschungsinvestitionen eine fatale Botschaft. Die schwarz-gelbe Regierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag vorgenommen, Forschung und Entwicklung steuerlich zu fördern. Das ist sinnvoll und wird vom VAA schon lange gefordert. Zwei Drittel der OECD-Staaten haben bereits eine steuerliche Forschungsförderung eingeführt. Viele bauen sie weiter aus. Es wird also höchste Zeit, dass den Worten Taten folgen.

Sich dabei durch Größenkriterien einseitig auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen festzulegen, würde allerdings die wirtschaftliche Realität in unserem Land verkennen. Die großen Unternehmen leisten einen essentiellen Beitrag an den Forschungsinvestitionen. Häufig verfügen allein sie über die notwendige Finanzkraft, um Spitzenforschung in technisch aufwendigen Bereichen zu stemmen.

Die Kehrseite der Größe ist zugleich, dass Großunternehmen eher in der Lage sind, ihre Forschungsaktivitäten zu verlagern. Schon deshalb dürfen sie nicht von einer steuerlichen Förderung ausgeschlossen werden. Gerade jetzt können wir es uns nicht leisten, hier einseitige Schwerpunkte zu setzen. Sie lösen womöglich ungewollt Abwanderungsbewegungen aus, statt zu nachhaltiger Standortqualität und Arbeitsplatzsicherheit beizutragen.

Ihr

Dr. Thomas Fischer

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