Exportweltmeister: Kritik an Deutschland wächst

Japan erfreut sich dagegen seit Jahrzehnten an Leistungsbilanzüberschüssen, leidet aber ebenso lange an einer wirtschaftlichen Stagnation. So einfach sind die Zusammenhänge also nicht. Und doch ist ein positiver Exportsaldo nicht immer zwingend günstig für ein Land. Export von Gütern bedeutet auch immer Kapitalexport und Abfluss von Ersparnis. Deutschland gibt den Abnehmerländern oft gleich die nötige Finanzierung mit dazu, um die Güter zu kaufen. Und damit sinkt die Investitionsquote im Inland. Ohne Investitionen hierzulande stagniert aber die Produktivitätsentwicklung und damit auf Dauer die gesamte Volkswirtschaft.

Es kann also sinnvoll sein, viel stärker als bisher in die hiesige Infrastruktur sowie in Bildung und Gesundheit zu investieren. Ob Breitband oder Kitas: Es ist an der Zeit, dass auch die Regierung ihr Geld los wird. Zwar hat Finanzstaatssekretär Jens Spahn jüngst zu Recht darauf verwiesen, Zukunftsinvestitionen würden nicht am Geld, sondern am Planungsrecht scheitern. Wer aber hindert die Regierung daran, sich genau darum zu kümmern?

Dr. Thomas Fischer ist seit 2002
1. Vorsitzender des VAA.

Dr. Thomas Fischer

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