Ist die Globalisierung am Ende?

Dafür gibt es viele Gründe. Manche davon sind schlicht und einleuchtend. Alle Produktion, die international rentabel ver- und ausgelagert werden konnte, ist ausgelagert. Mehr lohnt sich für die Firmen nicht. In China ist die Phase der raschen Industrialisierung vorbei. Diverse Märkte sind gesättigt. Die Investitionsdynamik lässt nach. Andere Gründe sind vielschichtiger und werden in Wissenschaft und Finanzbranche noch kontrovers diskutiert. So könnte technologischer Fortschritt und Digitalisierung ebenfalls für ein Einbremsen der Globalisierung sorgen. Hochtechnologische und digitalisierte Produktion kann in manchen Branchen komplett ohne menschliche Arbeitskraft auskommen. Roboter stellen Schuhe billiger her als Arbeiter in Vietnam. Von den Möglichkeiten des 3D-Druckverfahrens soll hier noch gar nicht gesprochen werden.

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie und in welche Richtung sich die Weltwirtschaft entwickelt. Ökonomen warnen zu Recht vor Abschottung und weisen darauf hin, dass eine offene Weltwirtschaft wohlstandsfördernd ist. Die massive Ausweitung des internationalen Handels hat global und in Deutschland zu großen Effizienz- und Wohlstandssteigerungen geführt und die weltweite Armut merklich reduziert. Auch in Zukunft dürfte es von Vorteil für die Volkswirtschaften sein, weitere Potenziale der Handelsliberalisierung und eine Form der Globalisierung zu finden, von der alle profitieren.

Gerhard Kronisch, Hauptgeschäftsführer des VAA

Gerhard Kronisch

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